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Dienstag, 23. Februar 2010
Mittwoch, 17. Februar 2010
Immobilienblase US-Experten fürchten den nächsten Mega-Crash
Von Marc Pitzke, New York
Die US-Regierung verbreitet Optimismus, die Rezession sei überstanden. Doch renommierte Experten widersprechen: Sie warnen vor einem neuen, katastrophalen Crash. Diesmal auf dem Markt für Gewerbeimmobilien samt riesigen Mietwohnungskomplexen. Betroffen wäre fast jeder Amerikaner - und indirekt die Deutsche Bank.
"Wenn das stirbt", sagt Charles Schumer und blickt sich wehmütig um, "dann stirbt New Yorks Herz und Seele." Der demokratische US-Senator steht vor den Backsteinfassaden der Stuyvesant Town, Manhattans einst größter Mietskaserne. Hunderte Anwohner umringen ihn, viele von ihnen leben seit Jahrzehnten hier. Einige haben selbstgemalte Transparente mitgebracht: "Rettet unsere Wohnungen!" und "Stoppt die Vertreibung von Arbeiterfamilien!"
Die Szene spielte sich kürzlich auf Manhattans East Side ab, allerdings ging sie völlig unter in der Nachrichtenflut jenes Tages, an dem das Erdbeben in Haiti, das US-Haushaltsdefizit und die Grammy-Verleihung die Schlagzeilen beherrschten. Dabei markierte sie einen Moment, aus dem sich womöglich der nächste Mega-Finanzcrash der USA entwickeln könnte.
Anlass der Demonstration in Stuyvesant Town war der größte Immobiliendeal der US-Geschichte, der in nicht mal vier Jahren zum größten Flop mutiert ist. 5,4 Milliarden Dollar hatten der Baukonzern Tishman Speyer und der Vermögensverwalter BlackRock 2006 für den Komplex und seine Nachbarsiedlung Peter Cooper Village hingeblättert. Doch jetzt mussten sie klein beigeben: Der Mammutkredit wuchs ihnen über den Kopf - schließlich waren sie gezwungen, die 110 Häuser mit 11.232 Wohnungen an ihre Gläubiger abzutreten. Damit ist das Schicksal der rund 25.000 Bewohner nun abermals offen.
Dabei steckt hinter dem Milliardenskandal noch weit mehr: Er ist eines der wenigen bereits sichtbaren Symptome einer drohenden neuen Finanzkrise. Noch ist sie nicht ausgebrochen, doch sie könnte die US-Wirtschaft schon bald erneut in die Tiefe reißen.
Es geht um 6,7 Billionen Dollar
Dass dies bisher für nur wenig Wirbel sorgt, liegt an der Materie. Denn diesmal geht es um gewerbliche Immobilien - ein sperriger Markt, der für Laien nur schwer zu verstehen ist. Aber es ist ein Markt mit einem Volumen von 6,7 Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie der gesamte US-Staatshaushalt 2011.
Ein Aufsichtsgremium des US-Kongresses hat jetzt ganz offiziell gewarnt: In den kommenden vier Jahren tut sich auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ein neues, kaum fassbares Schuldenloch von 1,4 Billionen Dollar auf - mit dramatischem Dominoeffekt: "Eine beträchtliche Welle an Zahlungsausfällen bei Gewerbe-Hypotheken würde wirtschaftlichen Schaden auslösen, der das Leben fast jedes Amerikaners betreffen könnte."
Im Klartext heißt das: "Die Finanzkrise wird nicht enden." So formuliert es die renommierte Harvard-Juristin und Insolvenzspezialistin Elizabeth Warren. "Wir müssen sofort einen Plan ausarbeiten, bevor das System am Rande des Untergangs steht."
Warren ist die Vorsitzende des Congressional Oversight Panels (COP), eines überparteilichen Sonderausschusses, den der US-Kongress Ende 2008 einsetzte, um die Verteilung des 787-Milliarden-Dollar-Konjunkturpakets zu überwachen. Gemeinsam mit vier Kollegen, allesamt Finanz- und Kreditexperten, kam sie dabei zu einem erschreckenden Fazit.
Viele Kredite übersteigen der Wert der Immobilien
Ihre Sorge gilt den massiven Krediten, die den ohnehin schon wackligen Gewerbeimmobilienmarkt der USA aufrecht halten. Von 2011 bis 2014 würden insgesamt 1,4 Billionen Dollar fällig, schreibt der Ausschuss in einem Bericht. Gut die Hälfte dieser Kredite stünden aber "unter Wasser". Sprich: Sie übersteigen den Wert der Immobilien, die sie finanzieren.
Ein Kollaps dieses Markts, so der Ausschuss, würde vergleichbar verheerende Konsequenzen haben wie seit 2007 der Kollaps des privaten US-Immobilienmarkts: "Arbeitsplatzverluste, verlassene Läden, Bürogebäude und Wohnungen", heißt es im Bericht. Und zahllose neue Bankpleiten. Dies wiederum würde "den Aufschwung unterminieren und eine bereits schmerzhafte Rezession nur noch verlängern". Eine "einfache Lösung" gebe es nicht - und das US-Finanzministerium ignoriere das Problem.
Der US-Gewerbeimmobilienmarkt umfasst nicht nur Bürohäuser und Wolkenkratzer wie die meisten Skyscraper Manhattans. Sondern auch Einkaufszentren, Hotels, Industrieparks sowie Mietkomplexe wie Stuyvesant Town, in denen Abertausende Amerikaner leben. Die meisten dieser Projekte sind mit drei- bis zehnjährigen Bankdarlehen finanziert. Anders als auf dem privaten Markt muss die Kreditsumme erst zum Ende der Frist getilgt werden. Der Bauherr nimmt dazu dann meistens einen neuen Kredit auf.
Dabei stellen sich zwei Hauptrisiken. Erstens: Der Schuldner kann die Zinsen nicht aufbringen. Zweitens: Der Schuldner schafft es nicht, den ursprünglichen Kredit zu refinanzieren. "In beiden Fällen", so der COP-Report, "platzt das Darlehen, und die Immobilie kommt zur Zwangsversteigerung."
Auch die Deutsche Bank ist involviert
Zahllose Banken drohen plötzlich in einen ähnlichen Strudel zahlungsunfähiger Kunden gerissen zu werden wie in der Subprime- Hypothekenkrise von 2007/2008. In diesem Fall aber trifft es dem COP- Bericht zufolge eher die kleinen, weit verwundbareren Banken.
Schon jetzt stecken nach Recherchen der Beratungsfirma Real Capital Analytics in den USA fast 9000 Gewerbeimmobilien-Projekte in der Finanzklemme. Gesamtwert: 177,7 Milliarden Dollar. Der COP-Bericht schätzt, dass allein den Banken am Ende Verluste in Höhe von rund 300 Milliarden Dollar drohen.
Zwei unglückliche Entwicklungen kommen dabei zusammen. Einerseits wurden die Darlehen zum Höhepunkt der Immobilienblase abgeschlossen, als die Liegenschaften - und Kredite - völlig überpreist waren. Andererseits führte die Rezession zum Einbruch beim Einzelhandel, zu Geschäftsschließungen, sinkender Nachfrage nach Gewerbeimmobilien, sinkenden Mieten und wachsendem Inventar - ein Teufelskreis.
Besonders groß im Geschäft ist Wells Fargo, die drittgrößte US-Bank, die 43.000 gewerbliche Immobilienkredite über insgesamt 476 Milliarden Dollar als Dienstleister für Dritte managt. Außerdem mit auf dieser wenig beneidenswerten Top-Ten-Liste: PNC aus Pittsburgh (309 Milliarden Dollar), die Bank of America (132 Milliarden Dollar) sowie die Deutsche Bank (64 Milliarden Dollar). Allerdings trägt die Deutsche Bank selbst kein direktes Kreditrisiko, da sie die Kredite für Dritte verwaltet.
Die gleichen Instrumente wie in der ersten Krise
Wie auch im berüchtigten Subprime-Markt haben die Banken diese Gewerbedarlehen zu Investitionsvehikeln gebündelt, um damit weiter zu spekulieren. In diesen "commercial mortgage-backed securities" (CMBS) können sich die Hypotheken von jeweils Dutzenden Bürohäusern, Shopping-Centern, Hotels und Wohnkomplexen finden.
Ein einziger Zahlungsausfall kann das ganze Netz zerreißen. Eine weitere Parallele zum Crash der vergangenen Jahre: Auch diesmal hängen wieder komplizierte Derivate wie "credit defaults swaps" (CDS) mit an diesem Tropf. Es waren jene ungedeckten "Versicherungen" für Kreditrisiken, die zum Beinahe-Kollaps des US-Versicherungsgiganten AIG geführt hatten, der nur durch 180 Milliarden Dollar aus der Staatskasse abgewendet werden konnte.
Die Folgen dieser neuen Krise reichen aber noch viel weiter. "Leere Bürogebäude, Hotels und Geschäfte können direkt zu Stellenverlusten führen", orakelt der Bericht. "Zwangsversteigerungen von Wohnkomplexen können Familien aus ihren Häusern vertreiben, selbst wenn sie nie mit der Miete säumig waren." Und Banken würden mit Krediten noch knausriger, was wiederum den Mittelstand erneut mitreiße.
Auch die Kirche von England hängt mit drin
Wie tief die Krise gehen kann, zeigt allein die Milliardenpleite von Stuyvesant Town. Dort fürchten nun zahllose Co-Investoren um ihre Anteile - darunter die Regierung von Singapur, die Kirche von England und Calpers, der Rentenfonds des Bundesstaats Kalifornien.
Warren und ihr Expertenteam fordern deshalb einen Stresstest auch für die kleineren Banken, wie die Regierung sie voriges Jahr den 19 Top-Instituten verordnet hatte. Und selbst dort, kritisiert Warren, sei die Stabilität "nur bis Ende 2010" untersucht worden.
Die Demonstranten von Stuyvesant Town hatten neulich noch eine andere Idee. Sie appellierten an Obamas Chefberater David Axelrod - denn der ist dort aufgewachsen. "David, vergiss deine Wurzeln nicht", flehte einer der Mieter. "Es ist Zeit, heimzukehren."
copyright SPIEGEL und Autor (siehe oben)
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=12191 DISKUSSIONEN SEHR INTERESSANT!
Die US-Regierung verbreitet Optimismus, die Rezession sei überstanden. Doch renommierte Experten widersprechen: Sie warnen vor einem neuen, katastrophalen Crash. Diesmal auf dem Markt für Gewerbeimmobilien samt riesigen Mietwohnungskomplexen. Betroffen wäre fast jeder Amerikaner - und indirekt die Deutsche Bank.
"Wenn das stirbt", sagt Charles Schumer und blickt sich wehmütig um, "dann stirbt New Yorks Herz und Seele." Der demokratische US-Senator steht vor den Backsteinfassaden der Stuyvesant Town, Manhattans einst größter Mietskaserne. Hunderte Anwohner umringen ihn, viele von ihnen leben seit Jahrzehnten hier. Einige haben selbstgemalte Transparente mitgebracht: "Rettet unsere Wohnungen!" und "Stoppt die Vertreibung von Arbeiterfamilien!"
Die Szene spielte sich kürzlich auf Manhattans East Side ab, allerdings ging sie völlig unter in der Nachrichtenflut jenes Tages, an dem das Erdbeben in Haiti, das US-Haushaltsdefizit und die Grammy-Verleihung die Schlagzeilen beherrschten. Dabei markierte sie einen Moment, aus dem sich womöglich der nächste Mega-Finanzcrash der USA entwickeln könnte.
Anlass der Demonstration in Stuyvesant Town war der größte Immobiliendeal der US-Geschichte, der in nicht mal vier Jahren zum größten Flop mutiert ist. 5,4 Milliarden Dollar hatten der Baukonzern Tishman Speyer und der Vermögensverwalter BlackRock 2006 für den Komplex und seine Nachbarsiedlung Peter Cooper Village hingeblättert. Doch jetzt mussten sie klein beigeben: Der Mammutkredit wuchs ihnen über den Kopf - schließlich waren sie gezwungen, die 110 Häuser mit 11.232 Wohnungen an ihre Gläubiger abzutreten. Damit ist das Schicksal der rund 25.000 Bewohner nun abermals offen.
Dabei steckt hinter dem Milliardenskandal noch weit mehr: Er ist eines der wenigen bereits sichtbaren Symptome einer drohenden neuen Finanzkrise. Noch ist sie nicht ausgebrochen, doch sie könnte die US-Wirtschaft schon bald erneut in die Tiefe reißen.
Es geht um 6,7 Billionen Dollar
Dass dies bisher für nur wenig Wirbel sorgt, liegt an der Materie. Denn diesmal geht es um gewerbliche Immobilien - ein sperriger Markt, der für Laien nur schwer zu verstehen ist. Aber es ist ein Markt mit einem Volumen von 6,7 Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie der gesamte US-Staatshaushalt 2011.
Ein Aufsichtsgremium des US-Kongresses hat jetzt ganz offiziell gewarnt: In den kommenden vier Jahren tut sich auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ein neues, kaum fassbares Schuldenloch von 1,4 Billionen Dollar auf - mit dramatischem Dominoeffekt: "Eine beträchtliche Welle an Zahlungsausfällen bei Gewerbe-Hypotheken würde wirtschaftlichen Schaden auslösen, der das Leben fast jedes Amerikaners betreffen könnte."
Im Klartext heißt das: "Die Finanzkrise wird nicht enden." So formuliert es die renommierte Harvard-Juristin und Insolvenzspezialistin Elizabeth Warren. "Wir müssen sofort einen Plan ausarbeiten, bevor das System am Rande des Untergangs steht."
Warren ist die Vorsitzende des Congressional Oversight Panels (COP), eines überparteilichen Sonderausschusses, den der US-Kongress Ende 2008 einsetzte, um die Verteilung des 787-Milliarden-Dollar-Konjunkturpakets zu überwachen. Gemeinsam mit vier Kollegen, allesamt Finanz- und Kreditexperten, kam sie dabei zu einem erschreckenden Fazit.
Viele Kredite übersteigen der Wert der Immobilien
Ihre Sorge gilt den massiven Krediten, die den ohnehin schon wackligen Gewerbeimmobilienmarkt der USA aufrecht halten. Von 2011 bis 2014 würden insgesamt 1,4 Billionen Dollar fällig, schreibt der Ausschuss in einem Bericht. Gut die Hälfte dieser Kredite stünden aber "unter Wasser". Sprich: Sie übersteigen den Wert der Immobilien, die sie finanzieren.
Ein Kollaps dieses Markts, so der Ausschuss, würde vergleichbar verheerende Konsequenzen haben wie seit 2007 der Kollaps des privaten US-Immobilienmarkts: "Arbeitsplatzverluste, verlassene Läden, Bürogebäude und Wohnungen", heißt es im Bericht. Und zahllose neue Bankpleiten. Dies wiederum würde "den Aufschwung unterminieren und eine bereits schmerzhafte Rezession nur noch verlängern". Eine "einfache Lösung" gebe es nicht - und das US-Finanzministerium ignoriere das Problem.
Der US-Gewerbeimmobilienmarkt umfasst nicht nur Bürohäuser und Wolkenkratzer wie die meisten Skyscraper Manhattans. Sondern auch Einkaufszentren, Hotels, Industrieparks sowie Mietkomplexe wie Stuyvesant Town, in denen Abertausende Amerikaner leben. Die meisten dieser Projekte sind mit drei- bis zehnjährigen Bankdarlehen finanziert. Anders als auf dem privaten Markt muss die Kreditsumme erst zum Ende der Frist getilgt werden. Der Bauherr nimmt dazu dann meistens einen neuen Kredit auf.
Dabei stellen sich zwei Hauptrisiken. Erstens: Der Schuldner kann die Zinsen nicht aufbringen. Zweitens: Der Schuldner schafft es nicht, den ursprünglichen Kredit zu refinanzieren. "In beiden Fällen", so der COP-Report, "platzt das Darlehen, und die Immobilie kommt zur Zwangsversteigerung."
Auch die Deutsche Bank ist involviert
Zahllose Banken drohen plötzlich in einen ähnlichen Strudel zahlungsunfähiger Kunden gerissen zu werden wie in der Subprime- Hypothekenkrise von 2007/2008. In diesem Fall aber trifft es dem COP- Bericht zufolge eher die kleinen, weit verwundbareren Banken.
Schon jetzt stecken nach Recherchen der Beratungsfirma Real Capital Analytics in den USA fast 9000 Gewerbeimmobilien-Projekte in der Finanzklemme. Gesamtwert: 177,7 Milliarden Dollar. Der COP-Bericht schätzt, dass allein den Banken am Ende Verluste in Höhe von rund 300 Milliarden Dollar drohen.
Zwei unglückliche Entwicklungen kommen dabei zusammen. Einerseits wurden die Darlehen zum Höhepunkt der Immobilienblase abgeschlossen, als die Liegenschaften - und Kredite - völlig überpreist waren. Andererseits führte die Rezession zum Einbruch beim Einzelhandel, zu Geschäftsschließungen, sinkender Nachfrage nach Gewerbeimmobilien, sinkenden Mieten und wachsendem Inventar - ein Teufelskreis.
Besonders groß im Geschäft ist Wells Fargo, die drittgrößte US-Bank, die 43.000 gewerbliche Immobilienkredite über insgesamt 476 Milliarden Dollar als Dienstleister für Dritte managt. Außerdem mit auf dieser wenig beneidenswerten Top-Ten-Liste: PNC aus Pittsburgh (309 Milliarden Dollar), die Bank of America (132 Milliarden Dollar) sowie die Deutsche Bank (64 Milliarden Dollar). Allerdings trägt die Deutsche Bank selbst kein direktes Kreditrisiko, da sie die Kredite für Dritte verwaltet.
Die gleichen Instrumente wie in der ersten Krise
Wie auch im berüchtigten Subprime-Markt haben die Banken diese Gewerbedarlehen zu Investitionsvehikeln gebündelt, um damit weiter zu spekulieren. In diesen "commercial mortgage-backed securities" (CMBS) können sich die Hypotheken von jeweils Dutzenden Bürohäusern, Shopping-Centern, Hotels und Wohnkomplexen finden.
Ein einziger Zahlungsausfall kann das ganze Netz zerreißen. Eine weitere Parallele zum Crash der vergangenen Jahre: Auch diesmal hängen wieder komplizierte Derivate wie "credit defaults swaps" (CDS) mit an diesem Tropf. Es waren jene ungedeckten "Versicherungen" für Kreditrisiken, die zum Beinahe-Kollaps des US-Versicherungsgiganten AIG geführt hatten, der nur durch 180 Milliarden Dollar aus der Staatskasse abgewendet werden konnte.
Die Folgen dieser neuen Krise reichen aber noch viel weiter. "Leere Bürogebäude, Hotels und Geschäfte können direkt zu Stellenverlusten führen", orakelt der Bericht. "Zwangsversteigerungen von Wohnkomplexen können Familien aus ihren Häusern vertreiben, selbst wenn sie nie mit der Miete säumig waren." Und Banken würden mit Krediten noch knausriger, was wiederum den Mittelstand erneut mitreiße.
Auch die Kirche von England hängt mit drin
Wie tief die Krise gehen kann, zeigt allein die Milliardenpleite von Stuyvesant Town. Dort fürchten nun zahllose Co-Investoren um ihre Anteile - darunter die Regierung von Singapur, die Kirche von England und Calpers, der Rentenfonds des Bundesstaats Kalifornien.
Warren und ihr Expertenteam fordern deshalb einen Stresstest auch für die kleineren Banken, wie die Regierung sie voriges Jahr den 19 Top-Instituten verordnet hatte. Und selbst dort, kritisiert Warren, sei die Stabilität "nur bis Ende 2010" untersucht worden.
Die Demonstranten von Stuyvesant Town hatten neulich noch eine andere Idee. Sie appellierten an Obamas Chefberater David Axelrod - denn der ist dort aufgewachsen. "David, vergiss deine Wurzeln nicht", flehte einer der Mieter. "Es ist Zeit, heimzukehren."
copyright SPIEGEL und Autor (siehe oben)
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=12191 DISKUSSIONEN SEHR INTERESSANT!
Dienstag, 2. Februar 2010
Schweinegrippe: Länder zahlen 8,33 Euro für jede nicht verwendete Impfdosis
Schweinegrippe: Länder zahlen 8,33 Euro für jede nicht verwendete Impfdosis =( 8,33 x 650.000 = 5.414.500 Euro weggeschmissen hier
bei hinnen 283,22 Millionen Euro...ass daat nach alles normal?????
Die Mitglieder der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seien bei ihrer Impfempfehlung für die Neue Influenza A nicht durch finanzielle Zuwendungen aus der Pharmaindustrie beeinflusst worden.
Das erklärte die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksachen-Nummer 17/328). „Mitglieder der STIKO, bei denen die Besorgnis der Befangenheit aufgrund von teilweise durch Impfstoffhersteller finanzierte Vorhaben zur Neuen Influenza A bestand, haben an der Impfempfehlung gegen die Neue Influenza A nicht mitgewirkt“, heißt es in dem Dokument.
Auch lägen keine Erkenntnisse über eine mögliche Beeinflussung der WHO-Entscheidung durch die Pharmaindustrie vor, die zu einer Anhebung der Pandemie-Warnstufe von 5 auf 6 im Juni 2009 geführt hätte.
Insgesamt müssen die Bundesländer für jede nicht verwendete Impfdose 8,33 Euro an den Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) bezahlen. Der Betrag setzt sich aus einem Euro für das Antigen, sechs Euro für das Adjuvans und 1,33 Euro für die Mehrwertsteuer zusammen.
Die ursprünglich bestellte Menge von 50 Millionen Dosen wurde bei einem Gespräch zwischen einzelnen Bundesländern und GSK auf 34 Millionen Dosen reduziert. GSK erhalte somit einen Kaufpreis von 283,22 Millionen Euro.
Zugleich machte die Regierung deutlich, dass der Bund der Forderung der Länder nicht nachkommen werde, das wirtschaftliche Risiko in Bezug auf nicht genutzte Impfdosen zu tragen. „Die Sicherstellung einer ausreichenden Verfügbarkeit von Impfstoff in einer Influenza-Pandemie ist eine Aufgabe der Länder“, heißt es in der Antwort.
Für die Erfüllung ihrer Aufgaben trügen die Länder die entstehenden Ausgaben und damit auch das wirtschaftliche Risiko, dass nicht sämtliche Dosen verimpft und über die Krankenversicherungen refinanziert würden.
Die Bundesregierung wies darauf hin, dass die Länder wegen eines befürchteten möglichen Lieferausfalls mit zwei Herstellern Lieferverträge abgeschlossen habe: GSK und Novartis. Da sich die Bevölkerung nur zurückhaltend habe impfen lassen, habe der Vertrag mit Novartis jedoch nicht ausgelöst werden müssen.
Nach Auskunft der Bundesregierung liegen Anfragen von Staaten sowie von privaten Vermittlern und Großhändlern vor, die die Impfkontingente der Länder aufkaufen wollen. Zurzeit würden die Anfragen vom Land Niedersachsen, das zurzeit den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz innehat, auf ihre Belastbarkeit geprüft. ©
fos/aerzteblatt.de
bei hinnen 283,22 Millionen Euro...ass daat nach alles normal?????
Die Mitglieder der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seien bei ihrer Impfempfehlung für die Neue Influenza A nicht durch finanzielle Zuwendungen aus der Pharmaindustrie beeinflusst worden.
Das erklärte die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksachen-Nummer 17/328). „Mitglieder der STIKO, bei denen die Besorgnis der Befangenheit aufgrund von teilweise durch Impfstoffhersteller finanzierte Vorhaben zur Neuen Influenza A bestand, haben an der Impfempfehlung gegen die Neue Influenza A nicht mitgewirkt“, heißt es in dem Dokument.
Auch lägen keine Erkenntnisse über eine mögliche Beeinflussung der WHO-Entscheidung durch die Pharmaindustrie vor, die zu einer Anhebung der Pandemie-Warnstufe von 5 auf 6 im Juni 2009 geführt hätte.
Insgesamt müssen die Bundesländer für jede nicht verwendete Impfdose 8,33 Euro an den Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) bezahlen. Der Betrag setzt sich aus einem Euro für das Antigen, sechs Euro für das Adjuvans und 1,33 Euro für die Mehrwertsteuer zusammen.
Die ursprünglich bestellte Menge von 50 Millionen Dosen wurde bei einem Gespräch zwischen einzelnen Bundesländern und GSK auf 34 Millionen Dosen reduziert. GSK erhalte somit einen Kaufpreis von 283,22 Millionen Euro.
Zugleich machte die Regierung deutlich, dass der Bund der Forderung der Länder nicht nachkommen werde, das wirtschaftliche Risiko in Bezug auf nicht genutzte Impfdosen zu tragen. „Die Sicherstellung einer ausreichenden Verfügbarkeit von Impfstoff in einer Influenza-Pandemie ist eine Aufgabe der Länder“, heißt es in der Antwort.
Für die Erfüllung ihrer Aufgaben trügen die Länder die entstehenden Ausgaben und damit auch das wirtschaftliche Risiko, dass nicht sämtliche Dosen verimpft und über die Krankenversicherungen refinanziert würden.
Die Bundesregierung wies darauf hin, dass die Länder wegen eines befürchteten möglichen Lieferausfalls mit zwei Herstellern Lieferverträge abgeschlossen habe: GSK und Novartis. Da sich die Bevölkerung nur zurückhaltend habe impfen lassen, habe der Vertrag mit Novartis jedoch nicht ausgelöst werden müssen.
Nach Auskunft der Bundesregierung liegen Anfragen von Staaten sowie von privaten Vermittlern und Großhändlern vor, die die Impfkontingente der Länder aufkaufen wollen. Zurzeit würden die Anfragen vom Land Niedersachsen, das zurzeit den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz innehat, auf ihre Belastbarkeit geprüft. ©
fos/aerzteblatt.de
Donnerstag, 28. Januar 2010
Yasni widerspricht Facebook - WIR sind Web 2 .. naja
Digitale Gesellschaft schärft Privatsphäre! ????
Die Personen-Suchmaschine Yasni antwortet auf die jüngste Philosophie des Social-Networks Facebook: Privatsphäre wird eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre.
Waren Begriffe wie "chatten" oder "bloggen" in den 1990ern noch gar nicht existent, so sind sie heute fixer Bestandteil unserer Sprache. Das vergangene Jahrzehnt hat nicht nur unsere Sprache verändert, sondern auch die Art wie wir kommunizieren: Der Mensch präsentiert sich zunehmend im Internet und wird öffentlich.
Laut Yasni-Gründer Steffen Rühl ist Online Reputation Management, die Darstellung der eigenen Person und der eigenen Fähigkeiten im Netz, eines der vorherrschenden Themen des neuen Jahres.
Wir sind Web 2.0
Mindestens jeder zweite Internet-Nutzer veröffentlicht im Internet seine Meinung oder verfügt über ein Profil in einem Social-Network.
"Verfügen" ist für Steffen Rühl, Gründer der Personen-Suchmaschine Yasni, der entscheidende Punkt. Denn entgegen der jüngsten Aussagen Mark Zuckerbergs, sieht er in der Trennung von digitaler Darstellung und Privatsphäre eines der zentralen Themen der kommenden Jahre.
"Im Internet haben sich vielfältige Interessensgruppen als Teil-Öffentlichkeiten gebildet, mit denen man sein Leben teilt. Das bedeutet aber nicht, dass auf die eigentliche Privatsphäre verzichtet wird. Die Definition von öffentlich und privat ist lediglich im Wandel begriffen und wird auch individuell gelebt und erlebt", meint Rühl.
Das Internet lebt
Experten sehen in der schnellen technischen Entwicklung einen Grund für die viel kritisierte Sorglosigkeit im Internet.
Dazu Rühl: "Der Wandel vom Informationsmedium zum lebendigen Kommunikationsmittel ging so schnell, dass Viele einfach überfordert sind und als Privatsphäre weiterhin klar definierte einheitliche Daten ansehen."
Für Rühl muss in den nächsten Jahren ein neues Bewusstsein entstehen: "Privatsphäre lässt sich im Internet viel differenzierter und individueller abgrenzen und das muss eben noch gelernt werden." Eine Antwort bietet Yasni mit der Möglichkeit, personenbezogene Suchergebnisse selbst zu überprüfen und so die eigene Reputation zu managen.
Über Yasni
Yasni ist der erste Service, um internetweit passende Personen zu finden und selbst besser gefunden zu werden sowie zur Hintergrundrecherche von Personen. Binnen weniger Sekunden durchsuchtYasni mit seinen Services zur Personen-Recherche das gesamte Internet nach Namen und Begriffen.
Angemeldete Nutzer können mit einem eigenen Profil ihre Reputation selbst steuern. Ego-Marketing und die Pflege des eigenen Rufs im Internet gewinnen laut aktuellen Studien zunehmend an Bedeutung.
Yasni ist mit 30 Millionen Zugriffen im Monat der meist genutzte Ausgangspunkt für Personen-Recherche und Reputation Management.
Florian Schütz yasni GmbH E-Mail: press@yasni.de Fon: 0177 - 2382665
http://blog.beck.de/2009/10/31/personalsuchmaschinen-erste-verbotsurteile-gegen-yasni-co/
http://www.telemedicus.info/article/1419-OLG-Hamm-verbietet-Yasni-Suchmaschinen-Manipulation.html
http://www.telemedicus.info/urteile/Wettbewerbsrecht/829-OLG-Hamm-Az-1-4-U-5309-Suchmaschinenmanipulation-wettbewerbswidrig.html
http://blog.beck.de/2009/10/31/personalsuchmaschinen-erste-verbotsurteile-gegen-yasni-co/
unter Yasni Urteil bei Google noch viele interessante Beitraege
Die Personen-Suchmaschine Yasni antwortet auf die jüngste Philosophie des Social-Networks Facebook: Privatsphäre wird eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre.
Waren Begriffe wie "chatten" oder "bloggen" in den 1990ern noch gar nicht existent, so sind sie heute fixer Bestandteil unserer Sprache. Das vergangene Jahrzehnt hat nicht nur unsere Sprache verändert, sondern auch die Art wie wir kommunizieren: Der Mensch präsentiert sich zunehmend im Internet und wird öffentlich.
Laut Yasni-Gründer Steffen Rühl ist Online Reputation Management, die Darstellung der eigenen Person und der eigenen Fähigkeiten im Netz, eines der vorherrschenden Themen des neuen Jahres.
Wir sind Web 2.0
Mindestens jeder zweite Internet-Nutzer veröffentlicht im Internet seine Meinung oder verfügt über ein Profil in einem Social-Network.
"Verfügen" ist für Steffen Rühl, Gründer der Personen-Suchmaschine Yasni, der entscheidende Punkt. Denn entgegen der jüngsten Aussagen Mark Zuckerbergs, sieht er in der Trennung von digitaler Darstellung und Privatsphäre eines der zentralen Themen der kommenden Jahre.
"Im Internet haben sich vielfältige Interessensgruppen als Teil-Öffentlichkeiten gebildet, mit denen man sein Leben teilt. Das bedeutet aber nicht, dass auf die eigentliche Privatsphäre verzichtet wird. Die Definition von öffentlich und privat ist lediglich im Wandel begriffen und wird auch individuell gelebt und erlebt", meint Rühl.
Das Internet lebt
Experten sehen in der schnellen technischen Entwicklung einen Grund für die viel kritisierte Sorglosigkeit im Internet.
Dazu Rühl: "Der Wandel vom Informationsmedium zum lebendigen Kommunikationsmittel ging so schnell, dass Viele einfach überfordert sind und als Privatsphäre weiterhin klar definierte einheitliche Daten ansehen."
Für Rühl muss in den nächsten Jahren ein neues Bewusstsein entstehen: "Privatsphäre lässt sich im Internet viel differenzierter und individueller abgrenzen und das muss eben noch gelernt werden." Eine Antwort bietet Yasni mit der Möglichkeit, personenbezogene Suchergebnisse selbst zu überprüfen und so die eigene Reputation zu managen.
Über Yasni
Yasni ist der erste Service, um internetweit passende Personen zu finden und selbst besser gefunden zu werden sowie zur Hintergrundrecherche von Personen. Binnen weniger Sekunden durchsuchtYasni mit seinen Services zur Personen-Recherche das gesamte Internet nach Namen und Begriffen.
Angemeldete Nutzer können mit einem eigenen Profil ihre Reputation selbst steuern. Ego-Marketing und die Pflege des eigenen Rufs im Internet gewinnen laut aktuellen Studien zunehmend an Bedeutung.
Yasni ist mit 30 Millionen Zugriffen im Monat der meist genutzte Ausgangspunkt für Personen-Recherche und Reputation Management.
Florian Schütz yasni GmbH E-Mail: press@yasni.de Fon: 0177 - 2382665
http://blog.beck.de/2009/10/31/personalsuchmaschinen-erste-verbotsurteile-gegen-yasni-co/
http://www.telemedicus.info/article/1419-OLG-Hamm-verbietet-Yasni-Suchmaschinen-Manipulation.html
http://www.telemedicus.info/urteile/Wettbewerbsrecht/829-OLG-Hamm-Az-1-4-U-5309-Suchmaschinenmanipulation-wettbewerbswidrig.html
http://blog.beck.de/2009/10/31/personalsuchmaschinen-erste-verbotsurteile-gegen-yasni-co/
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Mittwoch, 13. Januar 2010
Vermarkter atmen auf: Kickback Ermittlung eingestellt ?
Staatsanwaltschaft München stellt Ermittlungen ein
Die Staatsanwaltschaft München I hat jetzt die Ermittlungsverfahren gegen Fernsehwerbevermarkter eingestellt. Das sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger gegenüber W&V. Die Einstellungen gegen die beschuldigten Personen erfolgten gemäß Paragraf 153 der Strafprozessordnung wegen geringer Schuld. Die Verfahren gegen „die nebenbeteiligten Firmen“ – meint gegen die Media-Agenturen – „wurden gemäß Paragraf 47 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten eingestellt“.
Bereits Ende 2009 zeichnete sich ab, dass die Kickback-Ermittlungen zu den Akten gelegt werden würden (W&V 47/09). Endgültig zugeklappt werden konnte das Kapitel aber erst, nachdem alle Beteiligten der Einstellung zugestimmt hatten. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelte gegen rund 50 Medien- und Agenturmanager wegen umstrittener Kickback-Praktiken. Im Visier der Staatsanwälte standen unter anderem der ehemalige ProSiebenSat.1-Vermarktungschef Peter Christmann, gegen den rund zwei Jahre ermittelt wurde. Verantwortungsträger der großen Medianetzwerke gerieten ebenfalls in den Fokus der Nachforschungen. Das Parallelverfahren in Köln gegen IP-Deutschland-Chef Martin Krapf und weitere Beschuldigte läuft noch.
Aber die Freude über die Einstellungen in München ist nicht ungetrübt. Denn die Begründung des Staatsanwalts, warum die Verfahren eingestellt wurden, zeigt, wie schwierig die Rabattierung rechtlich zu beurteilen ist. Kaum ein Thema hatte in den vergangenen zwei Jahren die Branche mehr beschäftigt als die 2007 vom Bundeskartellamt ausgelösten Ermittlungen. Eventuelle zivilrechtliche Folgen sind von der Einstellung der Verfahren unberührt. Was aber auffällt: In den beiden Jahren, in denen ermittelt wurde, hatte sich kein einziges werbungtreibendes Unternehmen bei der Staatsanwaltschaft gemeldet – was verwundert, denn schließlich sollen ja die Kunden geschädigt worden sein.
copyright WUV
Die Staatsanwaltschaft München I hat jetzt die Ermittlungsverfahren gegen Fernsehwerbevermarkter eingestellt. Das sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger gegenüber W&V. Die Einstellungen gegen die beschuldigten Personen erfolgten gemäß Paragraf 153 der Strafprozessordnung wegen geringer Schuld. Die Verfahren gegen „die nebenbeteiligten Firmen“ – meint gegen die Media-Agenturen – „wurden gemäß Paragraf 47 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten eingestellt“.
Bereits Ende 2009 zeichnete sich ab, dass die Kickback-Ermittlungen zu den Akten gelegt werden würden (W&V 47/09). Endgültig zugeklappt werden konnte das Kapitel aber erst, nachdem alle Beteiligten der Einstellung zugestimmt hatten. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelte gegen rund 50 Medien- und Agenturmanager wegen umstrittener Kickback-Praktiken. Im Visier der Staatsanwälte standen unter anderem der ehemalige ProSiebenSat.1-Vermarktungschef Peter Christmann, gegen den rund zwei Jahre ermittelt wurde. Verantwortungsträger der großen Medianetzwerke gerieten ebenfalls in den Fokus der Nachforschungen. Das Parallelverfahren in Köln gegen IP-Deutschland-Chef Martin Krapf und weitere Beschuldigte läuft noch.
Aber die Freude über die Einstellungen in München ist nicht ungetrübt. Denn die Begründung des Staatsanwalts, warum die Verfahren eingestellt wurden, zeigt, wie schwierig die Rabattierung rechtlich zu beurteilen ist. Kaum ein Thema hatte in den vergangenen zwei Jahren die Branche mehr beschäftigt als die 2007 vom Bundeskartellamt ausgelösten Ermittlungen. Eventuelle zivilrechtliche Folgen sind von der Einstellung der Verfahren unberührt. Was aber auffällt: In den beiden Jahren, in denen ermittelt wurde, hatte sich kein einziges werbungtreibendes Unternehmen bei der Staatsanwaltschaft gemeldet – was verwundert, denn schließlich sollen ja die Kunden geschädigt worden sein.
copyright WUV
Sonntag, 3. Januar 2010
Air Berlin ins Schleudern geraten
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Aegis vs. Danone - Endlich mehr Mediatransparenz
Bahnbrechendes Urteil in Sachen Mediatransparenz
Der 7. Zivilsenat des Oberlandesgerichts München hat entschieden, dass Aegis Media dem Ex-Kunden Danone die während der Betreuungszeit erhaltenen Rückvergütungen der TV-Vermarkter offenlegen muss. Der Senat urteilte, dass die Aegis-Tochter Carat Auskunft erteilen muss über die Rabatte und sonstigen Vergünstigungen, die die Agentur im Zeitraum 2003 bis 2005 von den TV-Sendern oder deren Vermarktungsgesellschaften erhalten hat.
Diese Auskunftspflicht umfasst auch die mit Carat verbundenen Unternehmen wie etwa die Einkaufsgesellschaft der Agenturgruppe Aegis Media Central Services. Dabei geht es laut Gericht insbesondere um Naturalrabatte und Freispots, Agenturrückvergütungen und Kickbackzahlungen sowie sonstige Vergünstigungen, die nicht ausschließlich kundenbezogen gewährt wurden.
Danone wertet dieses Urteil als wichtigen Schritt für mehr Transparenz im Mediageschäft. Erstmals hat ein Gericht damit das Recht des Kunden bestätigt, Einsicht in die Agenturrückvergütungen nehmen zu können. Danone will nun nach Vorlage der Daten durch Carat „die vorenthaltenen Rabatte berechnen und einfordern“, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Knaut.
Für Carat bedeutet die Entscheidung eine bittere Niederlage, da damit im Wesentlichen das Urteil der ersten Instanz bestätigt wurde. Eine Revision wurde ausdrücklich nicht zugelassen. Daneben läuft ein weiterer Rechtsstreit beim Landgericht München zwischen Danone und Carat wegen nicht errreichter Kostengarantien. Die Forderungen von Danone gegen Carat für das Jahr 2006 belaufen sich dabei auf ca. 15 Millionen Euro.
veröffentlicht am 23.12.2009 Werben und Verkaufen
Der 7. Zivilsenat des Oberlandesgerichts München hat entschieden, dass Aegis Media dem Ex-Kunden Danone die während der Betreuungszeit erhaltenen Rückvergütungen der TV-Vermarkter offenlegen muss. Der Senat urteilte, dass die Aegis-Tochter Carat Auskunft erteilen muss über die Rabatte und sonstigen Vergünstigungen, die die Agentur im Zeitraum 2003 bis 2005 von den TV-Sendern oder deren Vermarktungsgesellschaften erhalten hat.
Diese Auskunftspflicht umfasst auch die mit Carat verbundenen Unternehmen wie etwa die Einkaufsgesellschaft der Agenturgruppe Aegis Media Central Services. Dabei geht es laut Gericht insbesondere um Naturalrabatte und Freispots, Agenturrückvergütungen und Kickbackzahlungen sowie sonstige Vergünstigungen, die nicht ausschließlich kundenbezogen gewährt wurden.
Danone wertet dieses Urteil als wichtigen Schritt für mehr Transparenz im Mediageschäft. Erstmals hat ein Gericht damit das Recht des Kunden bestätigt, Einsicht in die Agenturrückvergütungen nehmen zu können. Danone will nun nach Vorlage der Daten durch Carat „die vorenthaltenen Rabatte berechnen und einfordern“, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Knaut.
Für Carat bedeutet die Entscheidung eine bittere Niederlage, da damit im Wesentlichen das Urteil der ersten Instanz bestätigt wurde. Eine Revision wurde ausdrücklich nicht zugelassen. Daneben läuft ein weiterer Rechtsstreit beim Landgericht München zwischen Danone und Carat wegen nicht errreichter Kostengarantien. Die Forderungen von Danone gegen Carat für das Jahr 2006 belaufen sich dabei auf ca. 15 Millionen Euro.
veröffentlicht am 23.12.2009 Werben und Verkaufen
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