Donnerstag, 11. Oktober 2012
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Montag, 20. August 2012
Auslagerung des Denkens auf Maschinen schadet dem Gehirn
''Internet macht dumm''
Unsere geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab, weil wir zu häufig digitale Medien nutzen. Mit dieser Gesellschaftskritik lässt der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer in seinem bei Droemer erschienenen Buch "Digitale Demenz - wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen" aufhorchen.
Im pressetext-Interview legt der ärztliche Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm http://www.uniklinik-ulm.de dar, wie Internet, Konsolen, Smartphones und Co das Gehirn schädigen.
pressetext: Praktisch jeder ist heute online, dank Smartphone sogar ständig. Sie machen eine Krankheit daraus und nehmen viel Gegenwind in Kauf. Wofür?
Spitzer: Ich pathologisiere nicht, sondern stelle fest: Wo es Wirkungen gibt, sind auch Risiken und Nebenwirkungen. Digitale Medien erledigen geistige Arbeit für uns und nehmen uns das Denken ab, ähnlich wie uns das Auto körperliche Arbeit abnimmt.
Als Neurowissenschaftler weiß ich, dass man völlig ausschließen kann, dass das keine Auswirkungen auf das Gehirn hätte. Genauso wie unser Körper durch die passive Lebensweise nun auf Joggen und Fitness-Center angewiesen ist, ist auch das Gehirn ein dynamisches Organ, das bei ausbleibendem Input verfällt.
pressetext: Wo wird für Sie dieser Verfall sichtbar?
Spitzer: Google macht uns weis, dass es über jegliche Information verfügt, die man nur suchen muss. Studien belegen aber, dass jemand gegoogelte Inhalte mit geringerer Wahrscheinlichkeit im Gehirn abspeichert als jemand, der sie auf andere Weise sucht.
Oder etwa bei der Orientierung: Wir lagern sie an das Navigationsgerät im Auto aus - und dürfen uns nicht wundern, dass wir selbst immer schlechter navigieren. Ähnliches gilt für Geburtstage, Telefonnummern, Kopfrechnen oder die Rechtschreibung. Passiert weniger im Gehirn, lernt man weniger, und die Gehirnwindungen bilden sich weniger aus.
pressetext: Aber was hat das mit Demenz zu tun?
Spitzer: Demenz heißt Abstieg. Steigt man von der Spitze eines Berges herab, so dauert das umso länger, je höher der Berg ist. Ebenso entscheidet sich auch der Zeitpunkt des Einsetzens einer Demenzerkrankung dadurch, wie gut die Bereiche des Gehirns zuvor durch die ständige Nutzung ausgebildet und trainiert wurden. Wer hier wenig hat, verliert es früher.
Zudem beschleunigen die Medien den Abstieg: Indem Maschinen etwa Updates selbst vornehmen oder E-Mails, Postings und SMS sofortige Reaktion erfordern, sind wir nicht mehr Herr über unser Tun. Diese Kontrollabgabe führt zu Stress, der wiederum Nervenzellen im Gehirn absterben lässt.
pressetext: Computer, Internet und Smartphones nutzt heute jeder. Werden wir deshalb schon alle dement?
Spitzer: Die Bezeichnung "Digitale Demenz" haben Kollegen aus Korea 2007 zur Beschreibung eines Phänomens eingeführt, das sich seither noch zugespitzt hat: Junge Erwachsene konzentrieren sich immer weniger, merken sich nichts mehr, haben Probleme mit dem Lesen von Texten, sind müde und motivationslos und stumpfen emotional ab.
Da die Betroffenen angaben, Computer und Internet exzessiv zu nutzen - Korea ist das Land mit der wahrscheinlich höchsten Mediatisierung überhaupt - haben die Ärzte einen kausalen Zusammenhang hergestellt.
pressetext: Drohen uns koreanische Verhältnisse?
Spitzer: In Koreas junger Generation sind heute zwölf Prozent internet- und computersüchtig, haben also ernste Probleme damit, längere Zeit offline zu gehen. In Deutschland laut dem Suchtbeauftragten der Bundesregierung drei bis vier Prozent, wobei 250.000 als süchtig und 1,4 Mio. als Risikofälle gelten.
Das sind sehr viele junge Menschen, die am liebsten 18 Stunden pro Tag im Web wären und ihr Leben dabei nicht in Griff haben. Das ist schlimm für die Zukunft eines Landes und fatal für die Betroffenen selbst, wie ich aus entsprechenden Erfahrungen mit meinen Patienten gelernt habe.
pressetext: Wie wirkt sich das auf die Lebensführung aus?
Spitzer: Eine Stanford-Studie zeigt, dass acht- bis zwölfjährige Mädchen sieben Stunden pro Tag online sind, doch nur zwei Stunden mit anderen Mädchen realen Kontakt haben - im Schnitt! Bei uns verbringen Jugendliche täglich doppelt so viel Zeit mit Medien als mit dem gesamten Schulunterricht.
Als Folge werden wir oberflächlicher, gehen Dingen weniger auf den Grund, zudem wuchern Aufmerksamkeitsstörungen und Vereinsamung, da direkte Sozialkontakte durch Social Media abnehmen.
Längst keine Ausnahme mehr sind Pärchen im Restaurant, bei dem jeder per Smartphone twittert, wie toll doch das Rendevouz ist. Miteinander kommunizieren die beiden jedoch kaum - das Rendevouz findet gar nicht statt.
pressetext: Manche meistern den Umgang mit Medien also weniger gut als andere. Wer gehört zur Problemgruppe der Süchtigen?
Spitzer: Die üblichen Randgruppen aus prekären Verhältnissen leiden am meisten darunter, denn sie verbringen heute statistisch gesehen die höchste Stundenanzahl mit digitalen Medien. Das ist jedoch brisant: Medien bringen nicht den Ausgleich, wie oft behauptet wird, sondern verstärken bestehende Ungleichheiten und wirken dadurch unsozial statt sozial.
Die Gesellschaft müsste dies dringend mehr reflektieren, denn sie hat bisher noch gar nicht gelernt, mit den resultierenden Problemen umzugehen, zu denen sich Studien aus der Neurowissenschaft längst häufen.
pressetext: Inwiefern ist die Politik für diese Erkenntnisse hellhörig?
Spitzer: Gar nicht, da sie eine unheilige Allianz mit den Medien eingegangen ist. Intendanten werden durch die Politik bestimmt und Politiker unterliegen den Medien dahingehend, dass kritische Einstellung zur medialen Ächtung führt. Enquetes laden ausschließlich Experten ein, die von Medienunternehmen-gesponserten Medieninstituten stammen.
Das erklärt, warum sie dann empfehlen, dass jeder Schüler einen Laptop haben soll, obwohl wir wissen, dass der dem Lernen mehr schadet als nutzt. Dass ausgerechnet die Bundesanstalt für gesundheitliche Aufklärung die Playstation zur Förderung der Medienkompetenz empfiehlt ist ein Skandal, denn eine Playstation im Jugendzimmer verschlechtert die Schulnoten nachweislich.
Ebenso skandalös ist die Verleihung eines hochdotierten Preises für ein Ballerspiel durch den Kulturstaatsminister.
pressetext: Wie wird man kompetent im Umgang mit Medien?
Spitzer: Der Vergleich mit dem Alkohol drängt sich auf: Nicht durch Einübung, sondern durch längstmögliches Fernhalten von ihm eignet man sich den gesündesten Umgang an. Dasselbe gilt für Medien: Sie erfordern ein Vorwissen an Fakten und Erfahrungen, das außerhalb der Medien entstand.
Ein Kind sollte seine Umwelt nicht zuerst über Tablet und Smartphone ansehen, sondern sie selbst begreifen, fühlen, erleben und handeln. Die Motorik nimmt ein Drittel des Gehirnvolumens ein. Bewegt man nur die Maus, so wird dieses Drittel zum Lernen und später zum Denken nicht benutzt.
pressetext: Was sollte die Schule tun, was die Eltern?
Spitzer: Schulen sollten für gute Bildung sorgen, jedoch ohne digitalen Medien. In Kindergarten und Grundschule haben Computer und Internet nichts verloren. Statt in Laptopklassen sollten die Schulen lieber in Lehrer investieren, da Bildung Personen braucht, zu der eine Beziehung aufgebaut wird.
Medienpädagogik ist etwa so sinnvoll wie Alkoholpädagogik - beides macht süchtig und brauchen wir nicht. Eltern rate ich deshalb, den Medienkonsum der Kinder auf ein notwendiges Minimum zu beschränken.
pressetext: Danke für das Gespräch!
Johannes Pernsteiner
Donnerstag, 3. Mai 2012
Gehaelter der Werbebranche
In der Werbebranche verdient man laut den neuesten Statistiken gar nicht schlecht. Wie jedoch in vielen anderen Jobs auch liegen die ausgezahlten Gehälter der Frauen noch deutlich unter der von ihren männlichen Kollegen. Nicht selten klafft die Lücke hier bis zu 5000 Euro.
Doch auch wenn es hier eine große Lücke gibt, sind die monatlichen Zahlungen doch wesentlich höher als in anderen Branchen. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass die Werbung in diesen Tagen Hochkonjunktur feiert. Jede Firma, jedes Unternehmen, welches etwas auf sich hält, sucht sich die Profis aus der Werbebranche, um für das eigene Geschäft möglichst dass Beste herauszuholen.
Den sehr interessanten Bericht finden Sie unter dieser URL Werben und Verkaufen W&V
Schaut man sich das Angebot von einer Vermarktungs- Agentur, das uns zugespielt wurde mit allen Details) an, kann man dies auch verstehen.
Denn vom Endbetrag der da steht geht nochmals 50% runter für einen Publisher! und man kann froh sein wenn dann nicht noch das beruehmte Wort "kick back" faellt., dh nachdem die Provisionen ja eingerechnet sind!!! und nicht etwa als Bezahlung!!! Wie einige dann auch gerne behaupten!
(Wer nicht weiss was es bedeutet, googeln hilft)
Doch auch wenn es hier eine große Lücke gibt, sind die monatlichen Zahlungen doch wesentlich höher als in anderen Branchen. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass die Werbung in diesen Tagen Hochkonjunktur feiert. Jede Firma, jedes Unternehmen, welches etwas auf sich hält, sucht sich die Profis aus der Werbebranche, um für das eigene Geschäft möglichst dass Beste herauszuholen.
Den sehr interessanten Bericht finden Sie unter dieser URL Werben und Verkaufen W&V
Schaut man sich das Angebot von einer Vermarktungs- Agentur, das uns zugespielt wurde mit allen Details) an, kann man dies auch verstehen.
Denn vom Endbetrag der da steht geht nochmals 50% runter für einen Publisher! und man kann froh sein wenn dann nicht noch das beruehmte Wort "kick back" faellt., dh nachdem die Provisionen ja eingerechnet sind!!! und nicht etwa als Bezahlung!!! Wie einige dann auch gerne behaupten!
(Wer nicht weiss was es bedeutet, googeln hilft)
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Rente ab 67 Jahren in Deutschland und Rententabelle
Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen.
Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen.
Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit.
Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
Quelle. SPIEGEL
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen.
Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen.
Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit.
Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
Quelle. SPIEGEL
Donnerstag, 31. März 2011
Tops-Flops Good Credo !
GOOD CREDO - is not from me.-) but Tony Fernandes, just becoming Comander of British Empire:
"Dream the Impossible, Believe the Unbelievable and Never Take No for an Answer"
"Dream the Impossible, Believe the Unbelievable and Never Take No for an Answer"
Donnerstag, 3. März 2011
Lyzeum für Clerf !
De Cliärrwer Kanton“ (DCK) fordert seit zehn Jahren ein Lyzeum in Clerf
Es ist ein Jubiläum, das eher nach Bittkerzen denn Geburtstagskerzen schreit: Seit zehn Jahren setzt sich die Vereinigung „De Cliärrwer Kanton“ bzw. die daraus abgeleitete Initiative „Ee Lycée fir de Cliärrwer Kanton“ nunmehr für den dringend notwendigen Bau einer Sekundarschule an der Nordspitze ein.
Nach ersten, ermutigenden Fortschritten ab 2006 wurde das Lyzeum im Mai 2010 jedoch zum Opfer der Krise und des angesetzten Rotstifts der Regierung, die das Projekt nun für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt hat.
Nicht nur für DCK-Präsident Léon Braconnier pendelt der Bau des Clerfer Lyzeums damit wieder zwischen Traum und Albtraum ...
Léon Braconnier, zehn Jahre der Forderungen, Aufrufe und Petitionen sind vergangen und doch scheint ein Clerfer Lyzeum heute irgendwo in vager, unbestimmter Ferne zu sein. Mit welchen Gefühlen ziehen Sie dieser Tage Zwischenbilanz des Vorhabens „Ee Lycée fir de Cliärrwer Kanton“?
Nach all den Jahren der Versprechungen, des Vertröstetwerdens und des Wartens ist neben die Hoffnung und den Kampfesmut natürlich ein Gefühl des Frusts und der Trauer getreten. Man kann sich eben als Region irgendwann nicht mehr des Eindrucks erwehren, nicht ernst genommen zu werden oder gar Bürger zweiter Klasse zu sein.
Zumal die Notwendigkeit eines Lyzeums in Clerf in der öffentlichen Meinung praktisch einstimmig geteilt wird und sich auch die Politik in einer Interpellation der Abgeordnetenkammer im Dezember 2006 parteiübergreifend für den Bau des Clerfer Lyzeums ausgesprochen hatte.
Mittlerweile beschleicht einen aber das Gefühl, dass damals wohl manch einer „mit gespaltener Zunge“ gesprochen hat und das Projekt zwar prinzipiell für gut hielt, allerdings keinerlei Begeisterung herrschte, den Worten auch dynamische Taten folgen zu lassen.
Aufgrund einer stets etwas misstrauischen Sicht auf den Fortgang des Projekts ist dem „Cliärrwer Kanton“ in den vergangenen Jahren seitens der Politik oftmals ein Hang zur Schwarzmalerei nachgesagt worden ...
Das stimmt, allerdings rührt dieses Misstrauen angesichts der gesammelten Erfahrungswerte ja nicht gerade von ungefähr. Immer wieder wurde uns von der Regierung gesagt, wir sollten unsere Sorgenfalten endlich glätten, schließlich sei der Bau des Clerfer Lyzeums beschlossene Sache.
Und nun liegt das Vorhaben plötzlich wieder auf Eis. Wobei Projekte im Ösling bekannlich ohnehin immer unglaublich viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als anderswo ...
Dennoch erfolgte der öffentliche Aufschrei nach der „Ausbremsung“ des Projekts ja eher zögerlich. Hätten Sie sich angesichts der doch ermutigenden Zahl von drei Ministern und neun Abgeordneten aus der Nordregion ein forscheres Auftreten erwartet?
Nun, ich will es einmal so ausdrücken: Es ist „durchaus bemerkenswert“, dass man sich nicht umgehend zu einem geschlossenen, nach außen hin klar wahrnehmbaren Signal durchringen konnte.
Andere Regionen haben viel schneller und forscher auf die Pläne der Regierung reagiert, während der politische Gegendruck an der Nordspitze, auch aus den Gemeinden, nur allzu lange Zeit auf sich warten ließ.
Das ist nicht nur sehr schade, sondern meines Erachtens auch Ausdruck einer gewissen Lethargie, die nach der einstigen Aufbruchstimmung im Clerfer Kanton und dem positiven Aktivismus der 1980er-Jahre wieder eingekehrt scheint.
Welche Signalwirkung geht für Sie denn vom angekündigten Aufschub der Baupläne aus?
Ich halte die Signalwirkung dieses Beschlusses für niederschmetternd, da es bei den Bürgern im Clerfer Kanton einmal mehr das Gefühl vertieft, nur an zweiter Stelle zu stehen, obwohl das Clerfer Lyzeum allgemein als dringend notwendig anerkannt wird.
Bei einem Besuch in Clerf hat Minister Luc Frieden im vergangenen Jahr auch angedeutet, dass man sich dieses psychologischen Impakts der Aufschubpläne für die Region wohl auch nicht wirklich bewusst gewesen sei.
Statt 100 Experten, die uns dauernd erklären, wieso das Clerfer Lyzeum zurückgestellt wird, bräuchten wir einen einzigen, der ein für allemal klarstellt, wieso es gebaut werden muss.
Laufen zurzeit denn noch irgendwelche Arbeiten an dem Projekt oder liegt nun alles auf Eis?
Nun, es gibt den Auftrag der Regierung an das Architektenbüro, Pläne zu erstellen, allerdings bestehen nach der Rückstellung des Baus offenbar keine einzuhaltenden Fristen mehr.
Ansonsten läuft noch eine Studie über mögliche Sanierungsarbeiten am Standort der CTI. Es gibt also noch Glut, doch das Feuer ist vorerst aus.
Wie wird der weitere Einsatz des „Cliärrwer Kanton“ in den kommenden Monaten aussehen?
Wir planen für Juni die Ausgabe einer Sondernummer unserer Regionalzeitschrift zum Thema Lyzeum, für die wir auch von allen Parteien eine Stellungnahme zur derzeitigen Lage einholen wollen.
Die Initiative „Ee Lycée fir de Cliärrwer Kanton“ plant zudem eine Postkartenaktion, bei der sich die Bürger für die Wiederaufnahme des Projekts im Staatsbudget 2012 aussprechen können.
( John Lamberty/Sheila Arendt) copyright auf http://www.mywort.lu/clervaux/5915073.html?referrer=wort_news
Es ist ein Jubiläum, das eher nach Bittkerzen denn Geburtstagskerzen schreit: Seit zehn Jahren setzt sich die Vereinigung „De Cliärrwer Kanton“ bzw. die daraus abgeleitete Initiative „Ee Lycée fir de Cliärrwer Kanton“ nunmehr für den dringend notwendigen Bau einer Sekundarschule an der Nordspitze ein.
Nach ersten, ermutigenden Fortschritten ab 2006 wurde das Lyzeum im Mai 2010 jedoch zum Opfer der Krise und des angesetzten Rotstifts der Regierung, die das Projekt nun für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt hat.
Nicht nur für DCK-Präsident Léon Braconnier pendelt der Bau des Clerfer Lyzeums damit wieder zwischen Traum und Albtraum ...
Léon Braconnier, zehn Jahre der Forderungen, Aufrufe und Petitionen sind vergangen und doch scheint ein Clerfer Lyzeum heute irgendwo in vager, unbestimmter Ferne zu sein. Mit welchen Gefühlen ziehen Sie dieser Tage Zwischenbilanz des Vorhabens „Ee Lycée fir de Cliärrwer Kanton“?
Nach all den Jahren der Versprechungen, des Vertröstetwerdens und des Wartens ist neben die Hoffnung und den Kampfesmut natürlich ein Gefühl des Frusts und der Trauer getreten. Man kann sich eben als Region irgendwann nicht mehr des Eindrucks erwehren, nicht ernst genommen zu werden oder gar Bürger zweiter Klasse zu sein.
Zumal die Notwendigkeit eines Lyzeums in Clerf in der öffentlichen Meinung praktisch einstimmig geteilt wird und sich auch die Politik in einer Interpellation der Abgeordnetenkammer im Dezember 2006 parteiübergreifend für den Bau des Clerfer Lyzeums ausgesprochen hatte.
Mittlerweile beschleicht einen aber das Gefühl, dass damals wohl manch einer „mit gespaltener Zunge“ gesprochen hat und das Projekt zwar prinzipiell für gut hielt, allerdings keinerlei Begeisterung herrschte, den Worten auch dynamische Taten folgen zu lassen.
Aufgrund einer stets etwas misstrauischen Sicht auf den Fortgang des Projekts ist dem „Cliärrwer Kanton“ in den vergangenen Jahren seitens der Politik oftmals ein Hang zur Schwarzmalerei nachgesagt worden ...
Das stimmt, allerdings rührt dieses Misstrauen angesichts der gesammelten Erfahrungswerte ja nicht gerade von ungefähr. Immer wieder wurde uns von der Regierung gesagt, wir sollten unsere Sorgenfalten endlich glätten, schließlich sei der Bau des Clerfer Lyzeums beschlossene Sache.
Und nun liegt das Vorhaben plötzlich wieder auf Eis. Wobei Projekte im Ösling bekannlich ohnehin immer unglaublich viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als anderswo ...
Dennoch erfolgte der öffentliche Aufschrei nach der „Ausbremsung“ des Projekts ja eher zögerlich. Hätten Sie sich angesichts der doch ermutigenden Zahl von drei Ministern und neun Abgeordneten aus der Nordregion ein forscheres Auftreten erwartet?
Nun, ich will es einmal so ausdrücken: Es ist „durchaus bemerkenswert“, dass man sich nicht umgehend zu einem geschlossenen, nach außen hin klar wahrnehmbaren Signal durchringen konnte.
Andere Regionen haben viel schneller und forscher auf die Pläne der Regierung reagiert, während der politische Gegendruck an der Nordspitze, auch aus den Gemeinden, nur allzu lange Zeit auf sich warten ließ.
Das ist nicht nur sehr schade, sondern meines Erachtens auch Ausdruck einer gewissen Lethargie, die nach der einstigen Aufbruchstimmung im Clerfer Kanton und dem positiven Aktivismus der 1980er-Jahre wieder eingekehrt scheint.
Welche Signalwirkung geht für Sie denn vom angekündigten Aufschub der Baupläne aus?
Ich halte die Signalwirkung dieses Beschlusses für niederschmetternd, da es bei den Bürgern im Clerfer Kanton einmal mehr das Gefühl vertieft, nur an zweiter Stelle zu stehen, obwohl das Clerfer Lyzeum allgemein als dringend notwendig anerkannt wird.
Bei einem Besuch in Clerf hat Minister Luc Frieden im vergangenen Jahr auch angedeutet, dass man sich dieses psychologischen Impakts der Aufschubpläne für die Region wohl auch nicht wirklich bewusst gewesen sei.
Statt 100 Experten, die uns dauernd erklären, wieso das Clerfer Lyzeum zurückgestellt wird, bräuchten wir einen einzigen, der ein für allemal klarstellt, wieso es gebaut werden muss.
Laufen zurzeit denn noch irgendwelche Arbeiten an dem Projekt oder liegt nun alles auf Eis?
Nun, es gibt den Auftrag der Regierung an das Architektenbüro, Pläne zu erstellen, allerdings bestehen nach der Rückstellung des Baus offenbar keine einzuhaltenden Fristen mehr.
Ansonsten läuft noch eine Studie über mögliche Sanierungsarbeiten am Standort der CTI. Es gibt also noch Glut, doch das Feuer ist vorerst aus.
Wie wird der weitere Einsatz des „Cliärrwer Kanton“ in den kommenden Monaten aussehen?
Wir planen für Juni die Ausgabe einer Sondernummer unserer Regionalzeitschrift zum Thema Lyzeum, für die wir auch von allen Parteien eine Stellungnahme zur derzeitigen Lage einholen wollen.
Die Initiative „Ee Lycée fir de Cliärrwer Kanton“ plant zudem eine Postkartenaktion, bei der sich die Bürger für die Wiederaufnahme des Projekts im Staatsbudget 2012 aussprechen können.
( John Lamberty/Sheila Arendt) copyright auf http://www.mywort.lu/clervaux/5915073.html?referrer=wort_news
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